Ablauf einer Videoproduktion

Briefing, Konzept, Vorproduktion, Dreh, Post: Was in jeder Phase passiert, wer beteiligt ist und wo Projekte typischerweise Zeit verlieren.

Ratgeber · 7 Min. Lesezeit

Kurz beantwortet

Eine Videoproduktion läuft in fünf Phasen ab: Briefing, Konzept und Drehbuch, Vorproduktion, Dreh und Postproduktion. Die Vorproduktion beansprucht meist den größten Zeitanteil, der Dreh den kleinsten. Realistisch sind zwei bis sechs Wochen von der Konzeptfreigabe bis zum ausgelieferten Master.

Die meisten Verzögerungen in Videoprojekten entstehen nicht am Set, sondern davor und danach: unklare Briefings, offene Freigaben, fehlende Genehmigungen. Wer den Ablauf kennt, plant Puffer an den richtigen Stellen.

Dieser Leitfaden beschreibt die fünf Phasen einer professionellen Produktion, die typischen Rollen und die Entscheidungen, die in jeder Phase getroffen werden müssen.

Wer am Set welche Rolle hat

Die Crewgröße richtet sich nach Anspruch und Drehsituation. Ein dokumentarischer Interviewdreh kommt mit einem kleinen Team aus, ein inszenierter Spot benötigt zusätzliche Departments.

  • Regie — verantwortet Erzählung, Bildsprache und Führung vor der Kamera
  • Produzent / Producer — Budget, Disposition, Termine, Freigaben
  • Kamera & Assistenz — Bildgestaltung, Schärfe, Technik
  • Licht & Ton — Lichtsetzung, Mikrofonierung, Tonaufzeichnung
  • Ausstattung, Styling, Cast — bei inszenierten Produktionen
  • Post — Schnitt, Color Grading, Sounddesign, Grafik

Wo Projekte Zeit verlieren

Drei Punkte verursachen erfahrungsgemäß die meisten Verzögerungen: unklare Entscheidungswege auf Kundenseite, nachträgliche inhaltliche Änderungen nach dem Dreh und fehlende Freigaben für Locations, Musik oder Personen im Bild.

Die Gegenmittel sind unspektakulär: eine benannte entscheidungsbefugte Person, ein schriftlich freigegebenes Drehbuch vor dem Dreh und eine feste Anzahl an Korrekturschleifen im Angebot.

Freigabeprozess und Korrekturschleifen

Bewährt haben sich zwei Korrekturschleifen: eine auf den Rohschnitt, eine auf den Feinschnitt. Kommentare werden gesammelt und mit Timecode übergeben — nicht verteilt über mehrere Kanäle. Grading und Sounddesign folgen erst nach der Freigabe des Feinschnitts, weil Änderungen danach teuer und zeitaufwendig sind.

Ablauf Schritt für Schritt

  1. 01

    1. Briefing

    Ziel, Zielgruppe, Botschaft, Kanäle, Termin und Rahmenbedingungen werden erfasst. Ergebnis: ein schriftliches Briefing als gemeinsame Grundlage.

  2. 02

    2. Konzept & Drehbuch

    Treatment, Drehbuch, Moodboard und Storyboard. Ergebnis: ein freigegebenes Konzept, auf dessen Basis kalkuliert und geplant wird.

  3. 03

    3. Vorproduktion

    Location-Scouting, Casting, Drehplan, Genehmigungen, Technik und Crew-Disposition. Ergebnis: eine belastbare Drehplanung.

  4. 04

    4. Dreh

    Umsetzung am Set nach Drehplan, inklusive Zusatzmaterial für Social und Stills. Ergebnis: gesichertes und gebackuptes Rohmaterial.

  5. 05

    5. Postproduktion

    Rohschnitt, Feinschnitt, Color Grading, Sounddesign, Musik, Grafik, Untertitel und Export aller Formate. Ergebnis: Master und Kanalfassungen.

Checkliste fürs Briefing

  • Gibt es ein schriftliches Briefing mit einem klaren Ziel?
  • Ist eine entscheidungsbefugte Ansprechperson benannt?
  • Liegt das Drehbuch vor dem Dreh freigegeben vor?
  • Sind Locations, Genehmigungen und Drehzeiten bestätigt?
  • Sind Anzahl und Zeitpunkt der Korrekturschleifen definiert?
  • Sind alle Lieferformate und Seitenverhältnisse festgelegt?
  • Sind Nutzungsrechte für Musik, Cast und Locations geklärt?

Häufige Fragen

Wie lange dauert eine Videoproduktion insgesamt?

Von der Konzeptfreigabe bis zum Master sind zwei bis sechs Wochen realistisch. Der Dreh selbst nimmt meist nur ein bis drei Tage in Anspruch — der größere Teil entfällt auf Vorproduktion und Post.

Welche Phase dauert am längsten?

In der Regel die Vorproduktion. Casting, Locations, Genehmigungen und Abstimmungen brauchen mehr Kalenderzeit als der Dreh.

Wie viele Korrekturschleifen sind üblich?

Zwei: eine auf den Rohschnitt und eine auf den Feinschnitt. Weitere Schleifen sind möglich, sollten aber im Angebot definiert sein.

Was muss der Kunde beisteuern?

Briefing, Ansprechperson, Zugang zu Locations und Personen, Logos und Schriften im Original sowie fristgerechte Freigaben.

Kann man mehrere Formate aus einem Dreh gewinnen?

Ja. Ein durchdachter Drehplan liefert Hauptfilm, Social-Cutdowns, Messefassung und Stills aus derselben Drehzeit.

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