Recruiting-Video erstellen

Employer-Branding-Videos, die keine Imagefilme mit Bewerberlogo sind — sondern echte Einblicke, die Bewerbungen auslösen.

Ratgeber · 6 Min. Lesezeit

Kurz beantwortet

Ein Recruiting-Video wirkt, wenn echte Mitarbeitende in eigener Sprache über den Arbeitsalltag sprechen. Für die Karriereseite eignen sich 60 bis 120 Sekunden, für Social Recruiting vertikale Clips von 15 bis 30 Sekunden mit Untertiteln. Aus einem Drehtag entstehen üblicherweise ein Hauptfilm plus mehrere Kurzformate je Zielgruppe.

Der Arbeitsmarkt entscheidet sich zunehmend über Sichtbarkeit und Glaubwürdigkeit. Ein Recruiting-Video, das nach Hochglanzbroschüre klingt, erzeugt keine Bewerbungen — eines, das den Alltag zeigt, inklusive der anstrengenden Seiten, schon.

Dieser Leitfaden beschreibt, welche Formate im Recruiting funktionieren, wer vor die Kamera gehört und wie die Filme entlang der Bewerberreise eingesetzt werden.

Formate entlang der Bewerberreise

Ein einzelnes Video deckt selten den gesamten Bedarf. Sinnvoll ist ein kleines Set aus Hauptfilm und Kurzformaten für unterschiedliche Kontaktpunkte.

  • Arbeitgeberfilm für die Karriereseite — Haltung, Team, Perspektiven
  • Job-Clips je Rolle — vertikal, für Stellenanzeigen und Social Recruiting
  • Mitarbeiter-Statements — kurze O-Töne ohne Skript
  • Onboarding- und Standortclips — was Bewerbende wirklich wissen wollen

Wer vor die Kamera gehört

Nicht die Geschäftsführung, sondern die Menschen, mit denen künftige Kolleginnen und Kollegen täglich arbeiten. Wichtig ist eine ruhige Regieführung: Wer ungeübt vor der Kamera steht, braucht Fragen statt Textvorgaben und Zeit statt Effizienzdruck.

Vermeiden Sie auswendig gelernte Sätze. Die glaubwürdigsten Momente entstehen meist zwischen den geplanten Fragen.

Ausspielung: Karriereseite, Social und Stellenanzeigen

Auf der Karriereseite steht der Hauptfilm oben, direkt über den offenen Stellen. In Stellenanzeigen wirkt ein kurzer, rollenspezifischer Clip stärker als der allgemeine Arbeitgeberfilm. Für Social Recruiting brauchen Sie vertikale Fassungen mit Untertiteln — der Großteil wird stumm gesehen.

Messbar wird der Erfolg über Bewerbungen pro Kanal, nicht über Views. Ein Video mit wenigen tausend Aufrufen, das zehn qualifizierte Bewerbungen erzeugt, schlägt jeden viralen Clip ohne Wirkung.

Ablauf Schritt für Schritt

  1. 01

    Zielrollen definieren

    Welche Positionen sind kritisch, welche Zielgruppe soll erreicht werden, welche Einwände bestehen im Markt?

  2. 02

    Protagonisten auswählen

    Mitarbeitende aus den Zielteams auswählen und vorbereiten — ohne Skript, aber mit klarem Fragenrahmen.

  3. 03

    Drehplan

    Ein Drehtag am Standort, der Interviews, Arbeitssituationen und vertikale Aufnahmen für Social kombiniert.

  4. 04

    Dreh

    Interviews in ruhiger Atmosphäre plus dokumentarische Alltagsszenen als Bildebene.

  5. 05

    Post & Rollout

    Hauptfilm, Job-Clips und Social-Fassungen mit Untertiteln, abgestimmt auf Karriereseite, Stellenanzeigen und Kampagnen.

Checkliste fürs Briefing

  • Welche Rollen sollen konkret besetzt werden?
  • Welche Einwände halten passende Kandidatinnen und Kandidaten von einer Bewerbung ab?
  • Welche Mitarbeitenden repräsentieren die Zielteams glaubwürdig?
  • Liegen Einverständniserklärungen für Bild und Ton vor?
  • Welche Kanäle werden bespielt — Karriereseite, Social, Jobbörsen?
  • Sind vertikale Fassungen mit Untertiteln eingeplant?
  • Woran messen wir den Erfolg — Bewerbungen, nicht Views?

Häufige Fragen

Wie lang sollte ein Recruiting-Video sein?

Für die Karriereseite 60 bis 120 Sekunden. Für Social Recruiting und Stellenanzeigen funktionieren vertikale Clips von 15 bis 30 Sekunden deutlich besser.

Sollen Mitarbeitende oder Schauspieler sprechen?

Mitarbeitende. Glaubwürdigkeit schlägt Perfektion — mit guter Regieführung wirken echte Teams stärker als gecastete Darsteller.

Wie viele Videos entstehen an einem Drehtag?

Bei durchdachter Planung ein Hauptfilm plus mehrere rollenspezifische Kurzclips und Social-Fassungen.

Was ist rechtlich zu beachten?

Sie benötigen schriftliche Einwilligungen der gefilmten Personen für die geplanten Kanäle und Laufzeiten. Das regeln wir vor dem Dreh mit einem einfachen Formular.

Wie messen wir den Erfolg?

Über Bewerbungen pro Kanal und die Qualität der Bewerbungen — idealerweise mit separaten Tracking-Links je Video und Plattform.

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